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Grütjen, Klaus


Lokale Selbstverwaltung im Spannungsfeld von afrikanischer Tradition und europäischer Moderne


Dezentralisierung und Dekonzentration in den frankophonen Staaten Westafrikas am Beispiel Burkina Fasos


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Recht in Afrika. Schriftenreihe der Gesellschaft für afrikanisches Recht, Band 3
Rüdiger Köppe Verlag
1. Aufl. 2011
   
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Medium: Print
978-3-89645-623-6
01.03.34 Recht der einzelnen Länder (Afrika, ohne Südafrika)

Reihe: Recht in Afrika. Schriftenreihe der Gesellschaft für afrikanisches Recht. Band: 3

Aufbauend auf einer vergleichenden Darstellung des traditionellen Staatsbegriffs im europäisch-nordamerikanischen Raum und im vorkolonialen Westafrika leistet die vorliegende Untersuchung einen Beitrag zur Erfassung, Aufbereitung und Erschließung der modernen Staats- und Verwaltungsgeschichte der frankophonen Staaten Westafrikas in der Zeit von 1815 bis 2008, wobei sie sich ab dem Jahr 1960 auf Obervolta bzw. Burkina Faso beschränkt. In methodischer Hinsicht stützt sie sich in erster Linie auf die Auswertung der einschlägigen Rechtstexte, wie sie in den offiziellen Publikationen, d.h. den Amts- oder Gesetzesblättern der Staaten oder zwischenstaatlichen bzw. internationalen Organisationen, oder Archiven belegt sind.

Deutlich wird, dass die dekonzentrierte und dezentralisierte Verwaltung in dieser Region aufgrund des Aufeinandertreffens von westafrikanischer Tradition und atlantischer Moderne eine spezifische Ausprägung erfahren hat, die auch ihre weitere Entwicklung in der Zukunft bestimmen wird. Heute ist die Konzeption der Dezentralisierung in Burkina Faso mit einem starken finalen Element der Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes verbunden. Dabei steht sie in einer Interdependenz und Interaktion mit anderen aktuellen Reformen, allerdings sind diese unterschiedlichen Reformansätze nicht in jeder Hinsicht miteinander kompatibel und konfliktfrei.

Die Arbeit schließt mit der Herleitung von Konzeptions-, Organisations- und Entwicklungsprinzipien der dezentralisierten und dekonzentrierten Verwaltung Burkina Fasos sowie Empfehlungen für deren künftige Entwicklung. Unter den letzteren werden insbesondere die Stärkung der Kommunikation und der interministeriellen Koordination sowie die Beseitigung verfahrensrechtlicher Defizite genannt; empfohlen werden weiterhin eine Stärkung der Dekonzentration durch eine Verringerung der Anzahl ihrer Ebenen und eine Verschlankung ihrer Verwaltungsstrukturen, eine stärkere Orientierung auf die Umsetzung der Dezentralisierung in den von ihr betroffenen Sektorpolitiken, die Steigerung der Fähigkeiten der gewählten Vertreter und des Verwaltungspersonals der Gebietskörperschaften sowie die Förderung der lokalen Wirtschaft und der regionalen Integration.